Fertighaus als Energiesparhaus bauen? Gute Idee!

8. Januar 2021
Grundsätzlich ist heute erst einmal jedes Fertighaus im Vergleich zu früheren Zeiten ein "Energiesparhaus". Die Energieeinsparverordnung (kurz: EnEV) macht klare Vorgaben zum maximalen Energieverbrauch von Neubauten. Aber der Mindeststandard lässt sich natürlich übertreffen und wer ein Fertighaus als Energiesparhaus mit besonders hoher Energieeffizienz plant, kann auf finanzielle Zuschüsse hoffen.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Thorben Frahm, Redakteur www.Energie-Sparhaus.de
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Das Fertighaus als Energiesparhaus

© Tobif82 - Fotolia.comDas Wort "Energiesparhaus" ist natürlich ein etwas schwammiger Begriff, der sich nur schwer erfassen lässt. Eine gängige Methode ist, den Energiebedarf eines Gebäudes zu erfassen.

Wie viel Energie eine Immobilie benötigt, beschreibt der Primärenergiebedarf (inklusive der nötigen Energie für die Gewinnung / Transport), wie ihn auch die KfW als Förderkriterium (dazu weiter unten mehr) benutzt. Die Energieeffizienz eines Energiesparhauses entsteht nicht zuletzt durch die Dämmung des Hauses.

Je geringer der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) von Bauteilen ist, desto besser bleibt die Wärme im Haus und desto niedriger ist auch der Primärenergiebedarf, denn das Haus benötigt nicht so viel Wärmeenergie. Aus diesem Grund definiert die EnEV unter anderem maximale U-Werte für ein Referenzhaus, aus denen sich maximal zulässige Werte für Neubauprojekte errechnen lassen. Auch die Heizung des Fertighauses hat natürlich einen maßgeblichen Einfluss auf den Primärenergiebedarf eines Gebäudes: eine Pelletheizung mit Solarunterstützung schlägt sich beispielsweise vorteilhafter nieder als eine Ölheizung. All diese Faktoren sollten in die Fertighausplanung mit einfließen.

Der KfW-Effizienzhausstandard zeigt, wie effizient ein Gebäude tatsächlich ist

Als energiesparendes Ökofertighaus gilt dagegen ein Fertighaus, das als KfW Effizienzhaus erbaut wurde. KfW Effizienzhäuser existieren in diversen Varianten, deren Namen jeweils eine Zahl beinhaltet. Beispiel dafür ist etwa das „KfW Effizienzhaus 70“. Solch ein Fertighaus ist Energiesparhaus, weil die vorgegebenen Maximalwerte im Primärenergiebedarf deutlich unterschritten werden. Aber was bedeutet die „70“ im Namen? Referenz ist hier das KfW Effizienzhaus 100. Es entspricht genau den Anforderungen der EnEV an einen Neubau. „KfW Effizienzhaus 70“ heißt: Die Energieeffizienz ist bei diesem Ökofertighaus um 30 Prozent besser als die Mindestanforderungen verlangen. 

Möchte man ein Fertighaus als Energiesparhaus errichten, das als KfW Effizienzhaus von der KfW Bankengruppe gefördert wird, muss man eins der Effizienzhäuser KfW-Effizienzhaus 70, 55 oder 40 oder ein vergleichbares Passivhaus bauen. Dabei gilt: Je niedriger die Zahl ist, desto energieeffizienter ist das Haus und desto besser sind die Förderbedingungen, die Sie hier auf den Webseiten der KfW nachschlagen können.

Zwar gibt es auch KfW Effizienzhäuser vom Typ 85, 100 oder 115 sowie die Sonderrubrik „Denkmal“. Aber diese Stufen existieren nur für Sanierungsmaßnahmen, die einen Altbau an Neubaustatus heranführen. Um ein Fertighaus als Energiesparhaus mit Förderung zu bauen, eignen sich diese Effizienzstufen nicht. 

Die meisten Fertighausanbieter bauen auf Wunsch nach KfW-Effizienzhausstandard

Diverse Fertighaushersteller bieten Kunden ein Fertighaus als Energiesparhaus nach KfW Effizienzhaus-Standard an. Teils ist jedes angebotene Fertighaus beispielsweise mindestens nach KfW 70 Standard konzipiert. Als Zusatz kann man sich für ein Fertighaus als Energiesparhaus mit höherem KfW Standard entscheiden. Das geschieht dann meist über entsprechende Paketlösungen, die man dazu buchen kann, beispielsweise wird dann die Dämmung verbessert und / oder die Gasheizung z.B. gegen eine Wärmepumpe ausgewechselt, so dass das Gebäude weniger Primärenergie verschlingt.

Andere Begriffe für ein Energiespar-Fertighaus

Hier fiel bereits der Begriff Passivhaus. Auch ein Passiv-Fertighaus von der KfW Bankengruppe gefördert werden. Es gibt aber noch weitere Energiesparhäuser, zu denen etwa das Plusenergiehaus gehört. Im Unterschied zum KfW Effizienzhaus ist solch ein Fertighaus Energiesparhaus, weil es Energie gut im Haus hält UND weil es zugleich Energie produziert, beispielsweise durch Photovoltaik. 

  • Konkret ist ein Ökofertighaus dann ein Plusenergiehaus, wenn es mehr Energie produziert als verbraucht. 

  • Produziert es ebenso viel Energie, wie es verbraucht, handelt es sich um ein Nullenergiehaus. 

Weitere Begriffe rund ums Fertighaus als Energiesparhaus sind Drei-Liter-Haus und Niedrigenergiehaus, wobei der letztgenannte Begriff oft einfach für einen Neubau genutzt wird, der gesetzliche Mindestanforderungen erfüllt. 

Ein Fertighaus als Ökofertighaus zu bauen, kann Fördermittel sichern sowie Heiz- und Stromkosten senken. Sie können sich über unser Fertighausformular über Konditionen für ein energieeffizientes Ökofertighaus informieren.

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wir Reden um ca. 0,35 W/m²K (bei Schüco Living Fenster) mit einer 2 fach Verglasung Ug 1,1 und einer 3 fach Verglasung mit Ug 0,6 incl. warme Kante ist eine Differenz von 0,35 W/m²K. Nun entscheiden Sie selbst, unter Beachtung der bisherigen Antworten

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Sofern wir über Markenqualitäten sprechen ist das an sich kein Problem.

Leicht können sich die Profile schon gar nicht verziehen, sofern sie fachmännisch montiert wurden. Ich erlebe immer wieder, dass schlampige Monteure die Verklotzung zwischen dem Scheibenpaket und dem Rahmen entfernen. Diese Verklotzung stellt aber sicher, dass sich die Rahmen nicht verziehen. Besonders bei außen-farbigen Fenstern (anthrazit oder dunkle Holzdekore) ist es ausgesprochen wichtig, dass Elemente ab ca. 1 Meter Breite oder Höhe ein Dekompressionsventil haben, welches den Überdruck durch starke Sonneneinstrahlung abbaut. Ohne dieses montieren wir grundsätzliche keine Fenster mehr.

Das Vergilben gehört seit vielen Jahren der Vergangenheit an, die Kunststoffe heutiger Markenfenster leiden nicht unter diesem Mangel.

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Wir als Planungsbüro arbeiten im Bereich Holzständerbauweise mit 8 Hausherstellern zusammen, d. h. von Entwurfsplanung über Bauantragsplanung, Werkplanung bis Bauleitung. Die Kosten dieser Hersteller bewegen sich zwischen 1.600 - 2800 EUR / m² für ein Wohngebäude o. g. Grösse und mittlerer Ausstattung. Sofern man bereit ist, Eigenleistung zu erbringen (und sich das fachlich auch zutraut), kann man nochmal entsprechend sparen.

Wie meine Vorschreiber allerdings richtig angemerkt haben, ist die Frage recht pauschal gestellt, und die Nebenkosten natürlich noch von einigen anderen Faktoren abhängig.

Fragen zur Lüftung eines Effizienzhauses - Fensterfalzlüfter ausreichend?

Ich möchte dieses Jahr mein Haus sanieren und ein Effizienzhaus daraus machen. Eine Frage zur Belüftung: Da mein Haus ja winddicht saniert werden soll und ich keine Lüftungsanlage einbauen möchte, würde ich gern wissen ob diese Fensterfalzlüfter ok sind bzw. welche Fensterbelüftung vom Preis/Leistungsverhältnis ( die auch von der KfW akzeptiert werden ) Sie mir empfehlen würden.
Antwort von Ing.-Büro Prof. Dr. Loose GmbH

Fensterfalzlüfter sind passive Elemente und arbeiten naturgemäß nur, wenn zwischen Innen- und Außenraum eine Druckdifferenz besteht. In der Regel benötigen Sie zu den Fensterfalzlüftern also auch einen Ventilator der die verbrauchte oder feuchte Luft aus dem Gebäude absaugt. Nur so können Sie sicherstellen, dass die gewünschten Luftmengen tatsächlich bei jeder Witterung abtransportiert werden.
Näheres regelt die DIN 1946-6 (Lüftungskonzept)

Schimmelprobleme in KfW 70 - Effizienzhaus ohne Lüftungsanlage

Wir haben ein Haus mit KfW70 bauen lassen, wobei der Wert von n50 = 0,51 1/h mittels des Blower-Door-Tests ermittelt wurde. Das Haus hat keine Lüftungsanlage (der Bauträger hatte keine im Angebot gehabt und hatte der Einbau einer Lüftungsanlage nie in Diskussion gebracht). Darüber hinaus bekommen wir immer und wieder Schimmel an den gleichen Stellen. Kann der sehr niedrige Wert des n50 und die fehlende Lüftungsanlage die Begründung für die Schimmelbildung sein? Ist es gesetzlich vorgeschrieben, unter welchen Voraussetzungen eine Lüftungsanlage erforderlich wäre?
Antwort von Sachverständigenbüro Raffel

Ja, unter 0,6 liegen sie mit dem Wert im Passivhaus Bereich! Unter 0,5 hätte eine Bemerkung in das Protokoll gemusst, das der Mindestluftwechsel von 0,5 eingehalten werden muss.
Man sollte jetzt den damaligen EnEV-Nachweis prüfen! Diesen dann vergleichen mit dem jetzigen Zustand.
Dann auf die suche gehen, warum an den bestimmten Stellen immer Schimmelpilz auftritt.

Muss nach Änderungen an der Fassade eine Dämmung nach EnEV erfolgen?

Ist es korrekt, dass nach Änderungen an der Fassade (hier Fenstertausch) über einem bestimmten Prozentsatz eine Dämmung nach ENEV erfolgen muß? Wann ja, wie hoch ist der Anteil? Ist das je nach LBO verschieden geregelt?
Antwort von Dipl. Ing. Architekt W.Gattinger

Die Energieeinsparverordnung (EnEV)ist eine Bundesverordnung und hat Gesetzescharakter. Wenn Sie alle Fenster getauscht haben ist das in Ordnung. Sie müssen die Fassade nicht dämmen. Es ist nur darauf zu achten dass die Fenster nicht einen höheren Dämmwert als die Fassade haben sonst kann sich Schimmel bilden. Dann wäre eine Dämmung der Fassade technisch erforderlich. Ich hoffe, dass Sie ihre Fensterfirma hier beraten hat, sonst wäre sie für den Mangel verantwortlich. Neben bei sei noch erwähnt dass der Austausch der Fenster vor der Fassadendämmung allerdings konstruktive Nachteile bei deren Ausführung bringt, da hier kein optimaler Anschluss an das Fenster mehr hergestellt werden kann. Es ist allerdings unbedingt geboten sich vor der Ausführung von einem Fachmann beraten zu lassen. das kann ein Architekt sein, aber kein Handwerker, der kein Energieberater ist. Die Beratung durch einen beim BAFA zugelassenen Energieberater wird mit der Übernahme von 60% der Kosten gefördert.

KfW Kredit für Programm 155 hier noch nachträglich möglich?

Wir haben im August ein Haus gekauft und im Herbst mit der Renovierung begonnen. Zunächst wurde einige Abbrucharbeiten durchgeführt. Parallel dazu wurde die Planung für den Ausbau druchgeführt. bei den Planungen hat sich ergeben, dass wir nach der Renovierung ein KFW 155 Haus erreichen können und dieses jetzt auch anstreben. Bisher wurde noch nicht mit energetischen Maßnahmen begonnen, da die finale Planung dafür jetzt erst fertig gestellt wird. Können wir für den Ausbau jetzt noch einen KFW-Kredit (KFW-155) beantragen, obwohl das Haus im Auguast 2018 gekauft (und finanziert wurde)? Oder ist jetzt nur noch die Beantragung von Förderungen möglich?
Antwort von Planungsbüro für energieeffiziente Gebäude, Dipl. Ing. Jürgen Nader

Das Programm 155 kenne ich zwar nicht. Sie meinen bestimmt das Programm 430 (Zuschuss) oder 151/152 (Kredit) und dann
eine Sanierung zum KfW-Effizienzhaus.
Solange da noch nicht mit den Artbeiten begonnen wurde, kann man das noch beantragen.
Ich empfehle dringend, schnell einen KfW-Sachverständigen einzubinden.

Neubau mit Gasbrennwert und Solarthermie - lohnt sich die Solarthermieanlage hier?

Für einem Neubau mit 130qm und einem Energiebedarf von 57 kWh/qm*a ergibt sich ein Jahres-Energiebedarf von ca. 7.500 kWh. Bei einem Gasbrennwertsystem mit Solarthermie für WW und Heizung entstehen für die Solarthermie Mehrkosten von ca. € 5.000. Einsparung mit Solarthermie liegt "optimistisch" bei 30%. Die Kosten p.a. für 7.500kWh mit €0,07/kWh Gaspreis liegen bei € 525. Ersparnis 30% = € 157 p.a. Warum sollte ich € 5.000 investieren wenn es 32 Jahre dauert bis es sich amortisiert. Dabei wurden noch nicht einmal die Betriebs- und Reparaturkosten einbezogen.
Antwort von Energieberatung GeBS Ingenieurbüro

Bei EEWG- Bund ist vorgeschrieben das wir im Neubau 50 % von Wärmebedarf mit Erneuerbaren Energien abdecken müssen. Ea gehts nur mit Biomasse Anlage oder mit Wärmepumpen. BW Kessel mit Solaranlage reicht nicht.

Brauche ich als Bauherr einen Durchbruchsplan bzw. Leitungsplan?

Brauche ich als Bauherr einen Durchbruchsplan bzw. Leitungsplan (Elektro und Heizungsplan) für die Baugenehmigung bzw. kurz danach vor dem Baubeginn oder doch nicht und die ausführende Firma (Heizungsbauer, Elektriker, Sanitärfirma) macht die Pläne beim Begehen des Rohbaus selber und besser ? was macht Sinn zu machen? Auf dieser Seite geht es nicht klar hervor ob man beim EFH die Pläne als Bauherr doch machen lassen muss bevor man anfängt zu bauen oder doch nicht... danke sehr zumindest bin ich nicht durchgedrungen um es 100% zu wissen
Antwort von GESBB - Ingenieurbüro

Baurechtlich bestehen diesbezüglich keine Anforderungen/ Notwendigkeiten.
Aus wirtschaftlicher Sicht sollte man jedoch auf eine fachgerechte Anlagendimensionierung Wert
legen.
Die Kosten für einen spezialisierten TGA Planer für EFH sind mit ~ 1T€ sicherlich gering.

Energieeffizienz-Experte / TGA Planung / freier Gutachter

http://www.gesbb-energieberatung.de/

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