Ein Ausbauhaus gestattet flexible Bauplanung

7. Oktober 2020
Fertighäuser muss man nicht bezugsfertig errichten lassen - man kann sie auch in verschiedenen Ausbaustufen erwerben. Den persönlichen Wünschen und Bedürfnissen angepasst, erhält der Eigentümer ein Fertighaus, das im Rohbau übergeben wird und dessen Innenausbau er eigenständig teilweise oder ganz übernimmt. Das Ausbauhaus bietet handwerklich geschickten Bauherren großzügige Gelegenheit, beim Innenausbau selbst Hand anzulegen und somit gleichzeitig die Kosten zu senken.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Thorben Frahm, Redakteur www.Energie-Sparhaus.de
FertighäuserAusbaustufenAusbauhaus

Fertighaus & Ausbauhaus - Wie fertig ist ein Ausbauhaus?

Fertighaus als Ausbauhaus© Arpad Nagy-Bagoly - Fotolia.comFertighaushersteller bieten bei Ausbauhäusern verschiedene Ausbaustufen an. Ein Ausbauhaus ist auch ein Fertighaus. Anders als ein schlüsselfertiges Fertighaus wird dem Bauherren ein gewisses Maß an Eigenleistung abverlangt. Je nach eigenem fachlichen Wissen und handwerklichem Geschick kann der Bauherr seine eigenen Leistungen wählen. Dies bringt zusätzlich finanzielle Vorteile.

Allerdings sollte man sich im Voraus gut überlegen, ob die finanzielle Einsparung durch Eigenleistungen am Haus die investierte Zeit dafür überwiegt. Je nach Vertrag mit dem Hersteller müssen beim Ausbauhaus eventuell Estriche, Bodenbeläge oder aber der Einbau der kompletten Heizungsanlage selbst übernommen werden. Eingeständnisse der eigenen handwerklichen Grenzen können sich hier nachhaltig auf den Einzugstermin oder das Budget auswirken.

Das Hinzuziehen eines unabhängigen Bauleiters ist in jedem Fall ratsam, egal für welche Ausbaustufe sich der Bauherr entscheidet. Dieser behält nötigenfalls den Überblick über die Bauabschnitte und die Materialbeschaffung, falls diese nicht vom Fertighausanbieter erfolgt. Bei der Materialbeschaffung sollte der Bauherr nicht zwingend Kosten einsparen wollen. Eine Beratung im Fachhandel ist bei nicht ausreichender Fachkenntnis besonders wichtig.

Beispiel für ein umfangreiches Mitbauhaus

Das umfangreichste Ausbauhaus mit der größten Eigenleistung sähe folgendermaßen aus: Angeboten wird ein Ausbauhaus in den meisten Fällen ab der Bodenplatte. Ist ein Keller zum Haus gehörig, gilt das Ausbauhaus ab der Oberkante der Kellerdecke. Das Ausbauhaus verfügt beim Aufstellen über alle Außenwände, Innenwände, über ein bereits eingedecktes Dach sowie den Schornstein. Die Dachunterschicht sollte ebenfalls bei der Übergabe fertiggestellt worden sein. Die Außenwände beim Ausbauhaus werden im Vorfeld bereits wärmegedämmt.

Handelt es sich bei dem Fertighaus Ausbauhaus um ein zweigeschossiges Haus, werden notwendige Treppen ebenfalls bereits eingebaut.  Der gängige Umfang bei der Lieferung durch den Hersteller beinhaltet außerdem eine fertig verputzte oder verkleidete Fassade sowie fertig montierte Fenster und Türen (Haustüren sowie Terrassentür). Üblicherweise sind Rollläden für die Fenster auch bereits montiert. Leerohre für für die Verlegung von elektrischen Leitungen sowie Rohrleitungen für den Wasseranschluss, Abwasser und die Gasleitungen sind beim Fertighaus Ausbauhaus bereits bei der Lieferung vormontiert. Der Bauherr erhält bei der Übergabe ein wärmegedämmtes und gegen Regen geschütztes Haus, dessen Innenausbau er nun eigenhändig und unabhängig vornehmen kann. Noch mehr Eigenleistung kann man nur erbringen, indem man ein sogenanntes Selbstbau-Fertighaus errichtet.

Ausbaupakete unterteilen die Eigenleistung in übersichtliche Arbeitsschritte

In der Praxis entscheiden sich die meisten Bauherren allerdings für einen Kompromiss zwischen den beiden Extremen Eigenleistung vs. Schlüsselfertig. Schließlich hat man nicht unbedingt in allen Bereichen die nötige Expertise. Deswegen bieten die meisten Fertighaushersteller vorgefertigte Ausbaupakete an. Diese Ausbaupakete umfassen meist deutlich umrissene Tätigkeiten mit den entsprechenden Bauteilen, die man vertraglich geregelt dazu- oder abbucht.

Dazu zählen beispielsweise:

  • ein Heiztechnikpaket, bei dem man den Brennwertkessel mit passendem Speicher und der Verrohrung plus eventuell einer Solarthermieanlage selbst montiert,
  • Ein Dämmungspaket, bei dem man Dämmungsarbeiten im Dachgeschoss selbst übernehmen kann,
  • Pakete mit Fenstern und Türen zur Selbstmontage,
  • oder auch Elektro- und Sanitärpakete.

Natürlich kann man auch praktisch alle anderen anfallenden Arbeiten bei persönlicher Eignung selbst übernehmen. Im Zweifel sollte man einfach mit dem Anbieter genaue Rücksprache halten - generell halten diese für alle Bereiche die entsprechenden Pakete bereit.

Rechnet sich die Muskelhypothek?

Das kann man mit einem klaren "Jein" beantworten. Viel hängt vom individuellen Zeitfenster, den eigenen Fertigkeiten und den Absprachen mit dem Anbieter ab. Der Verband Privater Bauherren e.V. zieht ein gemischtes Fazit anhand einer Untersuchung aus dem Jahr 2008 anhand von Münchener Baupreisen an einem Referenzobjekt auf drei Etagen mit 140 Quadratmetern Wohnfläche.

Demnach könne man beispielsweise durch Tapezier- und Malerarbeiten durchaus bis zu 7800 Euro sparen, müsse jedoch im Alleingang einen Zeitaufwand von circa 190 Stunden einplanen, während man durch Dachausbau und -Dämmung 5300 Euro sparte (Zeitaufwand 130 Stunden). Das Verlegen von Fliesen sparte demnach 4200 Euro bei 100 Stunden, der Einbau von Fußbodenbelägen spare 3900 bei 90 Stunden Arbeitszeit und das Einsetzen der Zimmertüren hätte Kosten von 1000 Euro bei einem Zeitaufwand von ungefähr 20 Stunden vermieden. Unter obigem Link finden Sie weiterführende Informationen vom VPB dazu.

Bei guter gegenseitiger Absprache ist das Mitbauhaus ein attraktives Angebot

Nach dem fertigen Ausbau kommt die Bauabnahme durch das zuständige Bauamt. Ist das Installationspaket zum Innenausbau beim Fertighaushersteller erworben worden, gelten hier die Gewährleistungen sowie die geltenden Prüfungsrichtlinien. Heuert der Bauherr selbstständig Arbeiter an, die sein eigens beschafftes Material verbauen, komm es häufig zu Komplikationen.

Das Bauamt kann die Bauabnahme verweigern,wenn die Installationen nicht von einem zuständigen Meisterbetrieb abgenommen wurde. Das Fertighaus Ausbauhaus ist demnach eine Option, sein Haus in weiten Teilen selbstständig zu gestalten, birgt jedoch auch einige Tücken. Wer über viel Fachkenntnis, handwerkliches Geschick sowie ausreichend Zeit verfügt, kann hier Geld einsparen. Achten Sie allerdings darauf, die Eigenleistung und die Arbeiten des Anbieters genau vertraglich zu fixieren!

Mit unserer Fertighausberatung erhalten Sie schnell und kostenfrei Kontakt zu Fertighausanbietern und können bequem die Leistungen vergleichen.

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Ist es korrekt, dass nach Änderungen an der Fassade (hier Fenstertausch) über einem bestimmten Prozentsatz eine Dämmung nach ENEV erfolgen muß? Wann ja, wie hoch ist der Anteil? Ist das je nach LBO verschieden geregelt?
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Die Energieeinsparverordnung (EnEV)ist eine Bundesverordnung und hat Gesetzescharakter. Wenn Sie alle Fenster getauscht haben ist das in Ordnung. Sie müssen die Fassade nicht dämmen. Es ist nur darauf zu achten dass die Fenster nicht einen höheren Dämmwert als die Fassade haben sonst kann sich Schimmel bilden. Dann wäre eine Dämmung der Fassade technisch erforderlich. Ich hoffe, dass Sie ihre Fensterfirma hier beraten hat, sonst wäre sie für den Mangel verantwortlich. Neben bei sei noch erwähnt dass der Austausch der Fenster vor der Fassadendämmung allerdings konstruktive Nachteile bei deren Ausführung bringt, da hier kein optimaler Anschluss an das Fenster mehr hergestellt werden kann. Es ist allerdings unbedingt geboten sich vor der Ausführung von einem Fachmann beraten zu lassen. das kann ein Architekt sein, aber kein Handwerker, der kein Energieberater ist. Die Beratung durch einen beim BAFA zugelassenen Energieberater wird mit der Übernahme von 60% der Kosten gefördert.

KfW Kredit für Programm 155 hier noch nachträglich möglich?

Wir haben im August ein Haus gekauft und im Herbst mit der Renovierung begonnen. Zunächst wurde einige Abbrucharbeiten durchgeführt. Parallel dazu wurde die Planung für den Ausbau druchgeführt. bei den Planungen hat sich ergeben, dass wir nach der Renovierung ein KFW 155 Haus erreichen können und dieses jetzt auch anstreben. Bisher wurde noch nicht mit energetischen Maßnahmen begonnen, da die finale Planung dafür jetzt erst fertig gestellt wird. Können wir für den Ausbau jetzt noch einen KFW-Kredit (KFW-155) beantragen, obwohl das Haus im Auguast 2018 gekauft (und finanziert wurde)? Oder ist jetzt nur noch die Beantragung von Förderungen möglich?
Antwort von Planungsbüro für energieeffiziente Gebäude, Dipl. Ing. Jürgen Nader

Das Programm 155 kenne ich zwar nicht. Sie meinen bestimmt das Programm 430 (Zuschuss) oder 151/152 (Kredit) und dann
eine Sanierung zum KfW-Effizienzhaus.
Solange da noch nicht mit den Artbeiten begonnen wurde, kann man das noch beantragen.
Ich empfehle dringend, schnell einen KfW-Sachverständigen einzubinden.

Neubau mit Gasbrennwert und Solarthermie - lohnt sich die Solarthermieanlage hier?

Für einem Neubau mit 130qm und einem Energiebedarf von 57 kWh/qm*a ergibt sich ein Jahres-Energiebedarf von ca. 7.500 kWh. Bei einem Gasbrennwertsystem mit Solarthermie für WW und Heizung entstehen für die Solarthermie Mehrkosten von ca. € 5.000. Einsparung mit Solarthermie liegt "optimistisch" bei 30%. Die Kosten p.a. für 7.500kWh mit €0,07/kWh Gaspreis liegen bei € 525. Ersparnis 30% = € 157 p.a. Warum sollte ich € 5.000 investieren wenn es 32 Jahre dauert bis es sich amortisiert. Dabei wurden noch nicht einmal die Betriebs- und Reparaturkosten einbezogen.
Antwort von Energieberatung GeBS Ingenieurbüro

Bei EEWG- Bund ist vorgeschrieben das wir im Neubau 50 % von Wärmebedarf mit Erneuerbaren Energien abdecken müssen. Ea gehts nur mit Biomasse Anlage oder mit Wärmepumpen. BW Kessel mit Solaranlage reicht nicht.

Brauche ich als Bauherr einen Durchbruchsplan bzw. Leitungsplan?

Brauche ich als Bauherr einen Durchbruchsplan bzw. Leitungsplan (Elektro und Heizungsplan) für die Baugenehmigung bzw. kurz danach vor dem Baubeginn oder doch nicht und die ausführende Firma (Heizungsbauer, Elektriker, Sanitärfirma) macht die Pläne beim Begehen des Rohbaus selber und besser ? was macht Sinn zu machen? Auf dieser Seite geht es nicht klar hervor ob man beim EFH die Pläne als Bauherr doch machen lassen muss bevor man anfängt zu bauen oder doch nicht... danke sehr zumindest bin ich nicht durchgedrungen um es 100% zu wissen
Antwort von GESBB - Ingenieurbüro

Baurechtlich bestehen diesbezüglich keine Anforderungen/ Notwendigkeiten.
Aus wirtschaftlicher Sicht sollte man jedoch auf eine fachgerechte Anlagendimensionierung Wert
legen.
Die Kosten für einen spezialisierten TGA Planer für EFH sind mit ~ 1T€ sicherlich gering.

Energieeffizienz-Experte / TGA Planung / freier Gutachter

http://www.gesbb-energieberatung.de/

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