Energiesparender Hausbau mit dem Passivhaus

22. April 2021
Das Passivhaus trägt seinen Namen, da es in erster Linie durch passive Wärme­quellen beheizt wird: etwa durch die durch Fenster scheinende Sonne oder die Bewohner selbst. Eine Heizanlage existiert dennoch: meist per kontrollierter Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung, die gleichzeitig die Luftzirkulation im fast luftdichten Gebäude und die Heizaufgabe übernimmt.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Energie-Sparhaus.de verfasst.
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Passivhaus - ein Niedrigenergiehaus, das fast keine Heizung braucht

Bisweilen liest man, ein Passivhaus würde keinerlei Heizung mehr benötigen. Das stimmt so nicht ganz. Dennoch ist das Passivhaus ein Energiesparhaus mit einem außerordentlich geringem Heizwärmebedarf. Ob man massiv baut oder mit Holz, als Fertighaus oder Stein für Stein – der Passivhaus-Standard ist prinzipiell mit allen Haustypen realisierbar. Einen guten Überblick bieten die Kriterien für eine Zertifizierung durch das Passivhaus-Institut in Darmstadt.

Beispielhaftes Schema eines Passivhauses | Bild: Passivhaus Institut / Martin Thoma

 

Qualitätskriterien eines Passivhauses

  • Das Passiv Haus verbraucht maximal unter 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr (kWh/(m²a)) - bzw. die Heizlast liegt unter 10 W/2. Bei einem Haus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche ergibt sich somit ein theoretischer Heizenergiebedarf von 1000 - 2000 kWh pro Jahr bei durchschnittlichen Hausgrößen.
  • Diese Art von Niedrigenergiehaus darf (inklusive Haushaltsstrom) maximal einen Primärendenergiebedarf von 120 kWh/(m²a) aufweisen.
  • Der beim Blower-Door-Test gemessene Drucktestluftwechsel (n50) darf bei maximal 0,6 h-1 liegen.

Erreicht werden solche Werte beim Passivhaus vor allem durch eine optimale Luftdichtheit und Wärmedämmung der Gebäudehülle.

Passivhaus und Haustyp

Die moderne Forschung in Sachen Passivhaus begann in den siebziger und achtziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Vor allem in Skandinavien, Deutschland und den Vereinigten Staaten gab es Bemühungen um das Niedrigenergiehaus. Die erste Passivhaus in Deutschland wurde 1991 in Form von vier Reihenhäusern bei Darmstadt gebaut. Der Heizenergieverbrauch der vier Reihenhauseinheiten beträgt durchschnittlich 10 kWh/m2a und ist seitdem konstant auf dem niedrigen Niveau verblieben.

Mittlerweile sind viele andere Passivhäuser gefolgt. Holz wird für den Bau ebenso verwendet wie Stein, wenn das Passiv Haus extra massiv sein soll. Deutsche Fertighaus-Hersteller haben längst den Trend zum Energiesparen erkannt; einige bieten das Fertighaus heute als Passiv Haus an.

Altbau-Sanierung: Massiv-Bau oder Fertighaus, Holz oder Stein – ein Altbau kann nur selten komplett in ein Passiv Haus umgewandelt werden. Passivhaus-Komponenten machen aber auch einen Altbau zu einem Niedrigenergiehaus.

Ein vollständige Passivhaus-Sanierung im Bestandsbau gestaltet sich aber zeit- und kostenaufwändig. Oft ist die Sanierung zu einer anderen Art von Niedrigenergiehaus hier wirtschaftlicher.

Weiterlesen zum Thema "Nullenergiehaus"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Passivhaus

Passivhaus mit Solarthermie: Zusatzheizmöglichkeit?

Wir planen einen Neubau für 2 Personen, ein Einfamilienhaus mit ca. 100 m² Wohnfläche - das EG mit 70 und 1. OG mit ca 25 m². Es wird ein Holzmodulhaus, das als Passivhaus ausgeführt werden soll, inkl.Wärmetauscher in der automatischen Lüftungsanlage. Warmwasser möchten wir über Solarthermie gewinnen. Welche Zusatzheizmöglichkeit empfehlen Sie, wenn es uns z.B. bei dauergrauem Himmel im Winter zu kühl wird im Haus? Leider gibt es kein Ergasanschluss - sonst wäre das meine Lieblingslösung... Vielen Dank für Ihre Anregungen!
Antwort von Suchy Gebäudetechnik

Feste Brennstoffe wie z.B.: Holz

Elektrische Warmwasserbereitung im Passivhaus sinnvoll?

Wir planen derzeit den Bau eines Passivhauses. Uns wurde vom Bauträger das erwärmen des Wassers über Durchlauferhitzer empfohlen was mich skeptisch werden lässt. Kann es sinnvoll sein in einem Haus mit 3 Personen seine Warmwasserbereitung darüber wirtschaftlich umzusetzen? Wir wären zu 100% vom Strom abhängig und wenn ich die Preise für die KWh Strom und KWh Öl vergleiche habe ich das Gefühl alles was wir an Heizkosten sparen für Warmwasser wieder raus zu werfen.
Antwort von Dräger

Ich würde Ihnen mal empfehlen für die Informationen zu zahlen.
Dann bekommen Sie auch vernünftige Infos.
Die anderen sind alles nur Schwätzer die sich wichtig machen wollen.

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