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Überblick Hausautomation: Was ändert sich in Haus und Leben?

Auf dem Weg zum smarten Heim bildet die Hausautomation den ersten großen Meilenstein ab. Denn sie umschließt von der Heizung bis zur Lichtsteuerung viele Bereiche unseres täglichen Lebens. Was Hausautomation in den verschiedenen Feldern konkret erreicht, welche Vor- und Nachteile sie hat und was die Entwicklungen für Ihre eigene Lebensqualität bedeuten, möchten wir uns in diesem Artikel genauer ansehen.
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Grundlagen der Hausautomation: smarte Heizung, Fenster, Rollläden und Türen

Bevor es um die konkreten Möglichkeiten der Hausautomation geht, seien an dieser Stelle zunächst die Grundlagen genannt. Was genau meint Hausautomation eigentlich? Im Grunde geht es darum, bestimmte Bauteile der Gebäudeinstallation komfortabler steuern zu können bzw. die Steuerung komplett an das selbstständig agierende "Gerät" abzugeben und diese untereinander zu vernetzen. Denn letztlich meint ein Smart Home intelligent vernetzte Geräte, die gänzlich oder nahezu ohne das Zutun der Hausbewohner funktionieren. Das hat verschiedene Vorteile, zum Beispiel ein Plus an Komfort und ein Zugewinn an Sicherheit im Haus.

Bildquelle: © Stanisic Vladimir - Fotolia.com

Auf die einzelnen Vorzüge, aber auch auf mögliche Nachteile der Hausautomation werden wir am Ende dieses Beitrags noch einmal zurückkommen. Hier soll es zunächst um die technischen Möglichkeiten gehen. Lassen Sie uns also erst einen Blick auf die verschiedenen Hausautomations-Geräte und -komponenten werfen:

Hausautomation #1: die smarte Heizung per Heizungssteuerung

Im Bereich der Heizungssteuerung gibt es bereits zahlreiche smarte Lösungen. Wenn eine Heizung smart wird heißt das, dass sie benutzerfreundlicher und energieeffizienter wird. Stellen Sie sich vor, Sie kommen an einem kalten Wintermorgen aus Ihrem warmen Bett und möchten duschen. Das Badezimmer ist kalt und das Duschen dementsprechend unangenehm. Bis die Heizung hochgeheizt hat, dauert es zu lange, also nehmen Sie den kühlen Start in den Tag zähneknirschend in Kauf. Eine Lösung wäre es hier, die Heizung zu programmieren. Dann wüsste sie, dass Sie unter der Woche um 06:30 Uhr morgens in ein warmes Badezimmer kommen möchten und würde dementsprechend frühzeitig vorheizen. Am Wochenende verschiebt sich diese Zeit für Langschläfer automatisch nach hinten. Das ist schon recht angenehm, aber noch nicht das Ende der Möglichkeiten der Hausautomation.

Denn auch den täglichen Gang zu Ihren diversen Heizkörpern im Haus könnten Sie sich sparen. Wenn Sie die einzelnen Heizkörper und Thermostate mittels WLAN mit einem zentralen Steuerelement verbinden, können Sie diese von überall aus lenken. Je nach System geht das per App auf Ihrem Smartphone oder Tablet, per Sprachsteuerung oder auch über ein zentrales Wandthermostat. Die Auswirkungen auf Ihren Alltag sind äußerst angenehm, denn Sie bleiben maximal flexibel. Kommen Sie eine Stunde später nach Hause? Möchten Sie das Bad heute einmal besonders warm haben? Oder bleiben Ihre Gäste länger und die Nachtabsenkung wartet noch, bevor sie die Heizkörper herunter regelt. Geben Sie Ihre Wünsche ans smarte System weiter und dieses regelt den Rest für Sie. Auch für träge Heizflächen wie eine Fußbodenheizung oder Nachtspeicher ist eine smarte Heizungssteuerung ein Zugewinn, denn sie lassen sich deutlich komfortabler, effizienter und energiesparender bedienen.

Darüber hinaus lassen sich Solarthermie-Anlagen, die Wärme aus der Sonnenenergie liefern, komfortabel mit einer Gas- oder Ölheizung kombinieren. So bindet die smarte Heizungssteuerung je nach Wettervorhersage die Erträge der Solaranlage in die Warmwasserbereitung mit ein und spart dadurch Gas oder Öl. Und mit intelligenten Stromzählern, sog. Smart Metern, wird Ihre Heizung dann vollständig intelligent. Ihren Strom-, Gas- und Ölverbrauch haben Sie so jederzeit im Blick.

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Hausautomation #2: smarte Fenster per Fensteröffner

Das Fenster per Hausautomation zu öffnen erscheint Ihnen als überflüssige Spielerei? Ist es aber nicht unbedingt, denn an manchen Stellen ist eine smarte Lösung hier überaus hilfreich. Wohl jeder kennt das Dachfenster, das so hoch liegt, das man es nur mittels Leiter erreichen kann. Oder das Küchenfenster über dem Spülbecken, für das Sie sich bisher immer verrenken mussten, um es zu öffnen. Je komplizierter ein Fenster zu öffnen oder überhaupt zu erreichen ist, umso seltener wird dann in der Praxis gelüftet. Da der regelmäßige Luftaustausch aber sehr wichtig ist, um ein gesundes und schimmelfreies Raumklima zu erhalten, kann eine intelligente Hausautomation hier Abhilfe verschaffen. Denn ein Smart Home Fensteröffner kann das Fenster an schwer zugänglichen Stellen ohne Ihr Zutun öffnen. Dies funktioniert wie folgt: Am Fenster wird ein Fensterantrieb – je nach Hersteller ein kleines bis mittelgroßes Kästchen, montiert und über Funk oder WLAN mit der Haussteuerung verbunden. Nun kann das Fenster ganz einfach per Fernsteuerung oder App in einem individuell wählbaren Kippgrad geöffnet werden.

Aber nicht nur bei schwer zugänglichen Fenster lohnt es sich, über smarte Fenstersensoren und Fensteröffner nachzudenken. Mit einem Smart Home System ist bereits heute möglich, dass Fenster auch auf das Wetter regieren und sich bei einem aufziehenden Sturm oder Regen automatisch schließen. Wird gelüftet, stellen die Fenster über einen Fensterkontakt automatisch auch die Heizkörper im Raum niedriger, um Energie zu sparen. Oder es ist besonders kalt geworden über Nacht und die Fenster schließen sich beim automatischen morgendlichen Lüften etwas früher als sonst. Eine Wetterstation, die sich in das Smart Home System zur Hausautomation integriert, macht dies möglich.

Aber auch für die Sicherheit ist ein Smart Home Fensterkontakt sinnvoll. Wenn Sie unterwegs wissen möchten, welche Fenster geöffnet und geschlossen sind, kann Ihnen eine kluge Hausautomation dies mitteilen, ohne dass Sie die Nachbarn anrufen und darum bitten müssen. Integrierte Fenstersensoren sind darüber hinaus in der Lage, Sie über Veränderungen an den Fenstern zu informieren. Meldet der Fenstersensor also, wenn ein Fenster geöffnet wurde, gibt Ihnen das das sichere Gefühl auch unterwegs genau zu wissen, was im Haus passiert. Viele Hersteller fertigen bereits sehr unauffällige Fenstersensoren, die von Einbrechern von außen nicht sichtbar sind, an.

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Hausautomation #3: smarte Rollläden per Rollladensteuerung

Kurbeln Sie noch, drücken Sie schon aufs Knöpfchen oder haben Sie bereits eine Smart Home Rollladensteuerung? Falls nicht, ist dieser Abschnitt besonders interessant für Sie, denn eine intelligente Hausautomation macht auch beim Rollo Sinn. Sie kennen sicher die klassische Situation, dass Sie im Sommer permanent dabei sind, die Jalousien hoch- und wieder runterzukurbeln. Mal blendet die starke Sonneneinstrahlung, mal gelangt zu wenig Licht in den Raum. Umso erfreulicher, dass nahezu jeder handelsübliche elektrische Rollladen so nachgerüstet werden kann, dass er zum Smart Home Rollo wird. Die Technik befindet sich auch hier in kleinen Schaltern, die nachgerüstet werden und schließlich intelligent auf Ihre Anweisungen reagieren oder auch komplett selbstständig interagieren.

Im ersten Schritt erleichtert Ihnen die Hausautomation der Rollladensteuerung das Öffnen und Schließen, indem Sie diese Befehle einfach per Fingertipp oder Smartphone weitergeben können. Doch damit sind die smarten Möglichkeiten längst noch nicht ausgeschöpft. Wie schön wäre es, wenn die Jalousie selbst weiß, wann die Sonneneinstrahlung zu stark wird und sich darauf abgestimmt schließt? Wie hilfreich darüber hinaus, wenn sie sich am Abend, wenn die Sonne schwächer wird, selbstständig öffnet? All diese Dinge sind keine Zukunftsmusik mehr, sondern mit einer smarten Hausautomation inklusive Jalousiesteuerung bereits heute möglich.

Auch hier spielen wieder sicherheitsrelevante Aspekte mit hinein. Nutzen Sie Ihre Hausautomation, um im Urlaub die Jalousien komplett selbstständig agieren zu lassen. So wird von außen niemals der Eindruck entstehen, das Haus wäre unbewohnt und ein attraktives Ziel für Einbrecher.

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Hausautomation #4: smarte Türen per Türsprechanlage & Zugangskontrolle

Auf den ersten Blick sieht eine Smart Home Türsprechanlage aus wie eine gewöhnliche Türsprechanlage auch. Aber sie kann wesentlich mehr. Die Montage erfolgt für gewöhnlich unterputz und kann dann beispielsweise mit einer Fritzbox verbunden werden. Aber was bringt das nun? Ganz einfach: Sie müssen künftig nicht mehr zur Gegensprechanlage im Haus laufen, wenn es an der Tür klingelt, sondern können von jedem Ort innerhalb und auch außerhalb des Hauses reagieren. Sind Sie beispielsweise gerade im Keller, die Gegensprechanlage ist aber im Stockwerk über Ihnen an der Wand, müssen Sie nicht im Eiltempo hinauflaufen. Mit einer Türsprechanlage, die per Hausautomation funktioniert, tippen Sie lediglich an Ihrem Smartphone, dass die Tür geöffnet werden soll und lassen den Besucher ein.

Besonders relevant ist dies, wenn Sie von unterwegs aus die Zutrittskontrolle steuern möchten. Ruft Sie Ihre Tochter beispielsweise völlig aufgelöst an, weil Sie früher aus der Schule kam, ihren Schlüssel aber vergessen hat, öffnen Sie per App die Haustür über das elektronische Türschloss, ohne selbst anwesend zu sein.

Mit einer Smart Home Klingel müsste sie nicht einmal mehr selbst zum Telefon greifen – jedes Klingeln wird Ihnen auf Wunsch an Ihren Aufenthaltsort gesendet. Sind sie nicht zu Hause, kann die smarte Türsprechanlage auch wie ein Anrufbeantworter funktionieren. Per Videoaufzeichnung können Sie sehen, wer bei Ihnen vor verschlossener Tür stand. Postboten oder Freunde können Ihnen dann eine kurze Videobotschaft zukommen lassen, ob das Paket z.B. beim Nachbarn abgegeben wurde.

Aber nicht nur mehr Komfort, sondern auch ein Plus an Sicherheit bietet eine Smart Home Türsprechanlage. Stellen Sie sich vor, im Haus brennt es, Sie selbst sind aber mehrere Kilometer weit weg. Mit der smarten Zugangskontrolle können Sie die Tür öffnen und Helfern den schnellen Zutritt erleichtern, auch wenn Sie selbst nicht schnell genug vor Ort sein können.

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Hausautomation #5: smarte Beleuchtung per Lichtsteuerung

Wer einmal eine Lichtsteuerung über Hausautomation hatte, wird diese wohl nicht mehr hergeben wollen. Denn das grelle Licht, wenn wir noch im Halbschlaf in den Tag starten oder die immer zu schwache Leselampe, die einfach nicht die Leistung bringt, die wir möchten, gehören damit der Vergangenheit an. Denn sie sind nicht mehr nötig, weil ein Smart Home Lichtsystem Ihre Beleuchtung so steuert, wie Sie sie brauchen. Dies reicht von der smarten Deckenlampe, die sich automatisch an die Helligkeit des Raumes anpasst bis hin zum wohnlichen Smart Home LED Strip, der eine angenehme indirekte Beleuchtung aktiviert, sobald es gewünscht ist.

Auch hier meint die Hausautomation, dass die verschiedenen Leuchtmittel intelligent miteinander agieren können. Die Leuchtbänder könnten sich also beispielsweise automatisch anschalten, sobald die Deckenlampe ausgeht. Die smarte Glühbirne im Flur reagiert auf Bewegung und schaltet sich automatisch ein und aus, wenn jemand den Flur betritt oder wieder verlässt. Dass dies nicht nur sehr komfortabel, sondern darüber hinaus auch äußerst energieeffizient ist, liegt auf der Hand.

Fenster, Rollläden, Türen und Licht sind am Ende jedoch nicht nur Bestandteil energieffizienter Aspekte der Smart Home Hausautomation, sondern tragen genau so ihren Teil zu einer erhöhten Sicherheit Ihres Hauses bei. Dem Sicherheitsaspekt von Smart Home Anwendungen haben wir aus diesem Grund noch einmal einen eigenen ausführlichen Beitrag gewidmet.

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Vor- und Nachteile der Hausautomation

Es sind drei Bereiche, auf die sich die Hausautomation auswirkt. Einige Aspekte klangen bereits kurz an. An dieser Stelle möchten wir Ihnen nun eine ausführliche Übersicht geben. Sichten Sie die Vorteile und Nachteile der Hausautomation in Ruhe und kommen Sie mithilfe dieser Auflistung zu Ihrer persönlichen Antwort auf die Frage „Hausautomation: Ja oder nein?“

Vorteile Nachteile
bedarfsgerechte Steuerung der Haustechnik teils hohe Anschaffungskosten
Energieeffizienz durch intelligente und sparsame Steuerung der Geräte Nachrüstung- und Instandhaltungsaufwand
mehr Komfort und Lebensqualität meist nur im Eigentum anwendbar
mehr Sicherheit durch intelligente und ortsunabhängige Steuerung Risiko eines Datenlecks oder Hackerangriffs
Einbruchsschutz dank simulierter Anwesenheit ggf. feste Bindung an einen Hersteller
gesünderes Wohnklima dank Steuerung schwer zugänglicher Fenster und Lüftungen

Am Ende verursachen technische Geräte immer auch einen Instandhaltungsaufwand. Je mehr Daten übermittelt werden, umso größer ist auch das potenzielle Risiko, dass von außen auf diese Daten zugegriffen werden kann. Ob die Kostenersparnis und der zugewonnene Komfort diese Dinge in Ihrem persönlichen Fall aufwiegen, entscheiden Sie am besten anhand Ihres Bedarfs. Gerne berät Sie ein Experte dazu, was in Ihrem Haus möglich ist, wie die Hausautomation Ihrer Haustechnik aussehen kann, welche Angaben die verschiedenen Hersteller zum Umgang mit Ihren Daten machen und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen. Nutzen Sie hierzu gerne unser kostenfreies Kontaktformular und lassen Sie sich zu diesem richtungsweisenden Thema beraten.

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