Welche Werte enthält ein Energieausweis?

Die Energieausweis Werte helfen Mietern, Käufern und Bauherren einer Immobilie, ihre Energieeffizienz zu beurteilen. Aber welche Werte enthält der Energieausweis und wie liest man ihn richtig? Zur besseren Verständlichkeit führt der Energie­ausweis Skalen, die eine schnelle Ersteinschätzung eines Objektes erlauben. Wie Sie den Energieausweis lesen, zeigen wir im Folgenden.

Energieausweis Werte - wie viel Energie benötigt ein Gebäude wirklich

Energieausweis SkalaEinordnung verschiedener Gebäudeklassen in der Energieausweis Skala,
Quelle für beide Grafiken: Muster des BMVI
Um die Werte im Energieausweis zu betrachten, dient dieser Musterausweis (Link auf Seite des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur).

Die erste Seite enthält allgemeine Angaben zur Immobilie:

  • Gebäudetyp (z.B. Ein- oder Mehrfamilienhaus) und Anzahl der Wohneinheiten,
  • Adresse der Immobilie,
  • untersuchtes Gebäudeteil (z.B. Vorderhaus),
  • Gebäudenutzfläche,
  • Baujahr des Gebäudes und der Anlagetechnik,
  • Werte zur Gebäudenutzfläche. Sie ist ein Rechenwert. Bei Ein- oder Zweifamilienhäusern liegt ihr Wert bei „Wohnfläche x 1,35“. Bei Wohnhäusern mit mehr als zwei Wohneinheiten wird der Faktor 1,2 genutzt.

 

Energieausweis Werte SkalaEine Neuerung der EnEV 2014: auf der Energieausweis Skala finden sich jetzt auch Energieeffizienzklassen

 

Die Energieausweis Skala gibt Energiebedarf und -Verbrauch eines Objektes an

Auffälligstes Element im Energieausweis sind die farbigen Skalen, die von „Grün“ bis „Rot“ reichen. Zwei Pfeile, die jeweils auf einen Farbbereich der ersten Skala zeigen, stellen den Endenergie- beziehungsweise den Primärenergiebedarf der Immobilie in Kilowattstunden pro m² und Jahr dar. „Grün“ steht in der Energieausweis Skala für sehr gute Werte, „Rot“ für sehr schlechte. Seit der EnEV 2014 werden den Zahlenwerten auch Energieeffizienzklassen (A+ bis H) zugeordnet. Im obigen Bildbeispiel sehen wir die Energieausweis Werte für den verbrauchsorientierten Ausweis. Eine weitere Skala gibt es beim bedarfsorientierten Ausweis, der dann die theoretisch nötige Energie aufzeigt (z.B. Pflicht im Neubau). Die Skala ist dann identisch, nur dass statt Endenergieverbrauch bzw. Primärenergieverbrauch dann von Endenergiebedarf usw. die Rede ist. Wir sehen:

  • Endenergieverbrauch: Endenergie ist diejenige Energie, die ein Objekt über das Jahr gerechnet für Heizung, Warmwasser oder eine Lüftungsanlage benötigt.
  • Primärenergiebedarf: Diese Energieausweis Werte beziffern die Gesamtenergie, die in den verwendeten Energieträgern steckt (z.B. Erdgas, Erdöl, Wind). Hier ist auch der Aufwand für Gewinnung und Transport des Brennstoffes enthalten, weswegen dieser Wert höher als der Endenergiebedarf ausfällt. Um einen obigen Endenergieverbrauch X zu erreichen, muss man aufgrund von Verlusten bei Bereitstellung, Verbrennung usw. eben eine höhere Energiemenge Y aufwenden.

Eine zweite Skala zeigt den konkreten Gesamt-Energieverbrauchswert des Hauses in Kilowattstunde pro Jahr und m². Sie wird ergänzt durch eine Tabelle, die Werte für den Energieverbrauch fürs Heizen und Warmwasser aufzeigt. Falls energetischer Sanierungsbedarf besteht, enthält der Energieausweis auch Modernisierungsempfehlungen zum Energiesparen.

Die Energieausweis Werte hängen von der Gebäudesituation ab. Die Variante für Nicht-Wohngebäude unterscheidet sich von der für Wohnhäuser. Auch die Energieausweis Kosten unterscheiden sich.

Autor: Thorben Frahm