Was sagt ein verbrauchsorientierter Energieausweis aus?
Ein verbrauchsorientierter Energieausweis zeigt den durchschnittlichen Energieverbrauch in einem Gebäude an. Ein verbrauchsorientierter Energieausweis ist im Vergleich zum Bedarfsausweis die Variante mit der geringeren Aussagekraft, dafür aber preisgünstiger. Im Gegensatz zum Bedarfs- gilt der Verbrauchsausweis nicht für alle Immobilien als gültiger Energieausweis.
Verbrauchsorientierter Energieausweis zeigt den Energieverbrauch an
Ein verbrauchsorientierter Energieausweis enthält Angaben zum Energieverbrauch für Heizung und Warmwasserbereitung in Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter Gebäudenutzfläche. Bei Nichtwohn-Gebäuden kommen Energiewerte für Kühlung, Lüftung und eingebaute Beleuchtung hinzu.
Ist ein verbrauchsorientierter Energieausweis gefragt, werden meist die letzten drei Heizkostenabrechnungen oder vergleichbare Dokumente benötigt. Auf dieser Basis lassen sich die Energieausweis Werte für den Verbrauchsausweis errechnen. Die Ergebnisse werden allerdings noch "witterungsbereinigt", da sich die Wintertemperaturen und der Heizbedarf in verschiedenen Regionen deutlich voneinander unterscheiden. Weitere Angaben zum Thema „Verbrauchsorientierter Energieausweis“ enthält Paragraf 19 der EnEV 2009.
Im Neubau und bei Sanierung alter Bestandsbauten ist der verbrauchsorientierte Energieausweis nicht ausreichend. Hier ist der bedarfsorientierte Ausweis nötig. Bild: Deutsche Energie-Agentur (dena)
Das Heizverhalten beeinflusst die Ergebnisse maßgeblich
Allerdings nimmt etwa das individuelle Heizverhalten der Hausbewohner Einfluss auf die Werte. Eine vierköpfige Familie verbraucht mehr Energie für Heizung und Warmwasser als ein Singlehaushalt. Und auch wenn die grundlegenden Bedingungen identisch sind - ein Zweipersonenhaushalt unterscheidet sich im Heizverhalten teils sehr deutlich von einem anderen Zweipersonenhaushalt, obwohl das Gebäude dasselbe ist.
In einem und demselben Objekt kann es also vorkommen, dass für einen Haushalt ein sehr guter verbrauchsorientierter Energieausweis ausgestellt wird, während ein anderer Haushalt nicht so gut abschneidet. Aus dem Energieverbrauch aus dem verbrauchsorientierten Energieausweis lassen sich also nur relativ begrenzt Schlüsse über den künftigen Verbrauch innerhalb eines Gebäudes ableiten. Vollständige Angaben, welche auch das Gebäude stärker berücksichtigen, liefert nur ein bedarfsorientierter Energieausweis.
Verbrauchsorientierter Energieausweis oder bedarfsorientiert?
Ein verbrauchsorientierter Energieausweis ist für alle Nichtwohngebäude und Wohngebäude ab fünf Wohneinheiten gültige Form des Energieausweises. Für Wohngebäude mit bis zu vier Wohneinheiten kann der Energieausweis nur verbrauchsorientiert ausgestellt werden, wenn der Bauantrag nach dem ersten November 1977 gestellt wurde. Es gibt Ausnahmen. Ein verbrauchsorientierter Energieausweis ist auch für ältere Häuser mit bis zu vier Wohneinheiten möglich, wenn:
- sie bei Baufertigstellung bereits das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung vom 11. August 1977 eingehalten haben oder
- durch spätere Änderungen mindestens auf dieses Anforderungsniveau gebracht worden sind.
Ein verbrauchsorientierter Energieausweis hat allerdings den Vorteil, dass die Energieausweis Kosten deutlich geringer sind als beim bedarfsorientierten Ausweis.
Achten Sie darauf, nur berechtigte und gut qualifizierte Energieausweis Aussteller in Anspruch zu nehmen. Nur fachlich einwandfreie Arbeit hilft beim Energiesparen wirklich.
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