Energiesparen mit dem KfW Effizienzhaus 115

Der Primärenergiebedarf liegt beim KfW Effizienzhaus 115 um 15 Prozent über einem vergleichbaren Neubau nach Energieeinsparverordnung (EnEV). Was auf den ersten Blick vergleichsweise niedrig ausfällt, ist mit Blick auf den energetischen Standard vieler Altbauten in Deutschland eine deutliche Effizienzsteigerung. Die KfW fördert mit Zuschüssen und Darlehen dementsprechend die Sanierung zu einem Effizienzhaus 115.

Effizienzhaus 115 für energetische Sanierung im Bestandsbau

Effizienzhaus 115Saniertes Mehrfamilienhaus mit Passivhauskomponenten,
Bild: Energieagentur Regio Freiburg
Das Effizienzhaus 115 darf beim Wert für den Primärenergiebedarf maximal 115 Prozent des vom EnEV 2009 Referenzhaus vorgegebenen Wertes erreichen. Den Wert für den Transmissions­wärmeverlust kann das Effizienzhaus 115 um dreißig Prozentpunkte übersteigen.

Dieser Typ Effizienzhaus erreicht damit zwar keine Neubauqualitäten, aber der ener­getische Verbrauch ist immer noch deutlich besser als der bundesdeutsche Durchschnitt - gerade bei Altbauten aus den fünfziger und sechziger Jahren kann man bei vergleichs­weise geringem Material- und Finanzaufwand merkliche Einsparungen erzielen.

Beispielrechnung für ein Effizienzhaus 115

Der beispielhafte Primärenergiebedarf beträgt für ein Einfamilienhaus mit einer Gebäudenutzfläche von 211,8 m² und einem Keller innerhalb der thermischen Hülle 71,24 kWh/m²a. Das KfW Effizienz­haus 115 darf 115 Prozent dieses Wertes und damit knapp 81,93 kWh/m²a erreichen. Der Trans­missions­wärme­verlust darf laut Anhang 1 der EnEV 2009 bei einem freistehenden Wohnhaus mit maximal 350 m² Gebäudenutzfläche bei maximal H′ = 0,40 W/(m2·K) liegen. Das bedeutet dann für ein Effizienzhaus 115: Das Haus darf keinesfalls den Wert von 0,52 W/(m2·K) (130% von 0,40) übersteigen.

Viele Wege führen zum Effizienzhaus

Praktisch alle Haustypen lassen sich durch passende Maßnahmen in ein KfW Effizienzhaus 115 verwandeln. Oftmals reicht bereits eine verbesserte Dämmung, zu der bisweilen ein Austausch der Fenster kommt. Beispielwerte für ein zum Effizienzhaus 115 saniertes Haus:

  • Dachdämmung: 20 Zentimeter Steinwolle,
  • Fenster: neue Fenster, U-Wert = 1,1 W/(m²K),
  • Fassade: Wärmedämmverbundsystem mit etwa zwölf Zentimetern Dämmung,
  • Dämmung der Kellerdecke.
  • der Einsatz regenerativer Heizsysteme (Pelletheizung, Solarthermieanlage, etc.) wirkt sich fördernd auf den Primärenergiebedarf aus, so dass andere Maßnahmen gegebenenfalls entfallen können. Eine fachgerechte Energieberatung ist also bei jeder Sanierung anzuraten.

Zuschüsse & Darlehen für das KfW Effizienzhaus 115

Eine Sanierung zum Effizienzhaus 115 wird von der KfW Bankengruppe durch die Programme 430 (Zuschuss Energieeffizient Sanieren) und 151 (Kredit Energieeffizient Sanieren) gefördert.

Beim Kreditprogramm 151 gibt es einen zinsgünstigen Kredit von maximal 75.000€ pro Wohneinheit. Der zu zahlende Effektivzins beginnt bei 1,56% und der Tilgungszuschuss liegt bei 2,5% des Darlehensbetrags.

Je nach Effizienzhaus-Standard beträgt der Zuschuss bis zu 13.125 Euro pro Wohneinheit. Bei Einzelmaßnahmen beträgt der Zuschuss bis zu 2.500 Euro pro Wohneinheit. Begünstigt werden bis zu 2 Wohneinheiten.

Die Zuschüsse und Zinskonditionen verbessern sich mit steigender Energieeffizienzklasse. Ein Effizienzhaus 100 erhält bessere Konditionen. Hier ist eine genaue Kosten-Nutzen Berechnung sinnvoll um das wirtschaftlichste Energieniveau zu finden.

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